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Traeume

Die Kategorie “Traeume” aus meinem alten Blog hatte zwei Eintraege:

Eine lange Reise

traeume /1 /2007-10-27 23:57

Wasser, dass ueberall war
Wir schwammen ewig in eine Richtung
Wir schwammen und schwammen und schwammen
Und erreichten unser Ziel

Große Palisaden, die vor dem Wasser schuetzen
Meine Heimat
Mein Zuhause
Meine ganze Verwandtschaft war schon hier
Nur wir haben noch gefehlt

Aber wir wollten weiter
Zu einem unbekannten Ziel
im Wasser
Ich hatte nicht viel Zeit
Ich versuchte alte Bekannte wiederzufinden
Ich versuchte alte Beziehungen aufflammen zu lassen

Ich schaffte es nicht
Nur wenige waren da
Hatten mich nicht verlassen

Sie wollten uns helfen
Aber sie waren es die Hilfe brauchten
Die Palisaden wollten nicht mehr halten
Die Kulisse der Heimat entpuppte sich als Atrappe

Die Kinder spielten am Steg
LAUFT! RENNT HINEIN INS WASSER!
NUN LAUFT DOCH! BEWEGT EUCH!
SCHNELLER! DIE PALISADEN BRECHEN!

Viele waren noch klein
Viele hatten noch ihr ganzes Leben vor sich
Aber die meisten haben es geschafft
Ein kleines Maedchen auf meinen Schultern
Mich fest umklammernd

Nun geht unsere Reise weiter
Die Reise ins Unbekannte
Ins Wasser

Ich werde aus dem Wasser gezerrt
Weg von den Palisaden
Weg von meinem Boot
Weg von der unbekannten Welt
Hinein in mein Bett

Sonne

traeume /2 /2007-10-27 23:57

Gleißendes Licht…
Ausgedoerrter Boden…
Riese leere, tote Flaechen…

“Meine Haut tut so weh!”
“Ja ich weiss mein Kind. Wir sind aber bestimmt bald da.”

Das war eins der Kinder in unserer Gruppe,
mit seiner Mutter. Wir sind schon lange unterwegs.
Reisen durch die Steppe, oder was auch immer das
ist, was die Sonne aus diesem Flecken der Erde machte.
Unser Ziel ist mir nicht bekannt.
Meine Haut schmerzt genauso wie die des Kindes. Sie
spannt, brennt, ist rissig und Wund.

“Mama, wieso macht die Sonne das mit uns?”
“Die Sonne kann nichts dafuer, die Menschen sind schuld!”
“Wieso, Mama?”
“Sei still Junge, wir reden wann anders darueber!”

Es sind die UV- und Gammastrahlen, die ungehindert durch
die Atmosphaere kommen.

Wir sind angekommen. Seit so langer Zeit haben wir eine
Siedlung gefunden.

Ein Wandstueck steht in der Sonne, spendet kurz Schatten.

Die Schattenseite ist aus kuehlem Metall. Ich halte meine
brennenden Wangen daran…

Es schmerzt, aber kuehlt zugleich.

Es gibt auch hier kein Wasser. Aber es gibt etwas fuer die
Haut. Sie wollen doch tatsaechlich Geld dafuer haben.

Der Mann der es verkauft, wirkt sehr gesund und gepflegt.

Keiner von uns kann es sich leisten, etwas davon zu kaufen,
Geld verlor schon vor langer Zeit an Wert fuer uns und so
sahen wir keinen Nutzen darin, es mit uns zu tragen.

Mein Eigennutzen, meine Arroganz anderen gegenueber brachte
mich dazu, auf irgendeine Weise doch etwas davon zu bekommen.

Warum gab ich nichts ab? Ist es das wovor mich der Traum
warnen sollte? Stehe ich davor andere zu benachteiligen? So
zu werden, wie diejenigen, die ich verachte?

Ich weis es nicht…

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